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Alle Narichten und Inhalt über Venezuela in deutscher Sprache veröffentlicht

Die Tragödie der Knappheit: Wenn es nichts gibt, gibt es einfach nichts

Es ist egal, wie viele Tweets und Retweets man bekommt, oder wie dringend es ist.  Es ist egal, ob deine Freunden, 3 Prominenten und 30 WhatsApp Gruppen deinen Bitte mitgeteilen. Du kannst mit etwas Glück was finden, aber wenn es nichts mehr gibt, gibt es einfach nichts.

Deine Bekanntschaften, die Solidarität und Dringlichkeit können dir vom Ausland was mitbringen. Aber was passiert ween du etwas für 5 oder 10 Tage, oder für 2 oder 3 Patienten brauchst? Wir sind zu der Person geworden, die alle Notfälle in der Familie irgendwie erledigen muss. Wir sind kleiner und verzweifelter geworden. Andere Leute verhalten sich egoistisch, aber wie kann man sie verurteilen?

Vor einem Jahr haben wir Herzmedizin von einem Mann bekommen. Er war in Kolumbien um die Medikamente für seinen Vater zu kaufen aber er ist nicht rechtzeitig zurückgekommen und seinen Vater starb. Die Geschichte einer anderen Spende hat uns noch härter ershüttert. Ein Mann hatte aufgehört seine Medikamente zu nehmen und wenn er sie endlich noch mal gehabt hat, hat die erste Dosis eine Schockreaktion ausgelöst und er starb. Stellen Sie sich seinen Sonn vor, als er gesagt hat “Ich habe meinen Vater umgebracht, weil ich ihm seine Medikamente gegeben habe”. Man bekommt die Spende aber man weisst nicht wie man sich bedanken soll.

Wir haben eine neurologische Medizin in Spanien gefunden. Wir bekommen regelmäßig Schachteln mit 100 Tableten (für 50 Tage). Aber ist das genug für jeder, der dich darum bittet? Niemals!

Der Mangel hat in 2013 angefangen und seit 2014 haben wir keine Medikamenten mehr. Ich bin ins Labor gegangen, sie hatten keine mehr uns sie hatten auch nicht vor welche zu produzieren. Die Regierung hat sie nicht ausbezahlt, infolgedesen können sie die Rechnungen ihrer internationalen Anbieter nicht ausgleichen und haben alle Glaubwürdigkeit verloren, es wird schwierig die Produktion zu reaktivieren.

Inwischen habe ich zwei Menschen, die auf der Straße mit Schüttelkrampf lagen, geholfen, weil sie ohne ihre Pillen wie Zeitbombe sind.

Dieses Jahr werden wir weiterhin mehr Menschen begraben müssen. Wir werden Leute begraben, bei der Arbeit fehlen und die Schule verpassen, um uns um unsere Leute zu kümmern, weil wenn einer hinfällt, fällt die ganze Familie.

Die Not ist real. Diese Woche hat die venezolanische Pharmazeutische Föderation um internationale Hilfe geboten, um 150 Medikamente zu finden. Es ist eine humanitäre Notsituation. Es gibt kein anderes Land in Amerika, das sich gerade in einer ähnliche Situation befindt, nichtmal Haiti.

Die Entscheidung wurde von jemandem getroffen, der glaubt das Problem seien nicht die Kontrollen an sich, sondern wie sie durchgefuhrt werden. Die wurden von jemandem getroffen, der lieber getötet hat, um weiter zu klauen. Jemand, der dir sagt, dass das noch kein echtes Sozialismus sei und dass es alles vernichtet werden muss damit das Volk am Ende die Idee annihmt und aufgibt.

Schlimmer: Jemand, der statt den Nahrungsmittel- Arzneimittelhersteller und Lieferanten zu zahlen, nimmt US-Dollars um seine eigenen Schuldscheine zu finanzieren, weil die Kapitalflucht weiter muss, direkt vor unseren Nasen, auf den Graben den Menschen, die keine sozialistische Heimat wollten und auf der andere Seite der Gleichung.   Die Revoluton hat mehr Bedrohungen als Versprechen erfüllt. Und das war nur eine davon.

Nach dem 6. Dezember haben sie das Handtuch geworfen und sie bevorzugen die Knappheit an die leidende Menschen zu verteilen statt die Unterversorgung zu erledigen. Menschen an den Warteschlangen sind vezweifelte Menschen, die etwas dringendes brauchen. Sie sind Leute die durch den Fingerabdruck kontrolliert werden, und sind verletzlich und abhängig.

Ich weiß nicht ob der Widerstansplan “lass uns einen Deal machen und nicht sterben” möglich ist, weil es absurd ist. Trotzdem können wir die Geschichte erzählen, um Antikörper zu erschaffen, und die Wiederholung die tragische Romane zu vermeiden, denn wir haben Geschiten aber Imstoffe, Behandlungen, Reagenzien, Chemo, Sonden, Tabletten und Blutplasma, wenn es keine gibt, gibt es nuchts.

Vergessen wir nicht

Vergessen wir nicht den Stellvertretenden der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV), Adel El Zabayar, der sich nach Syrien begab um an der Seite von Bashir Al-Assad zu kämpfen, während dieser chemische Waffen nutzte um wehrlose Kinder zu töten. Das, am Strand gefundene, mit dem Gesicht nach unten, gestorbene Kind , ist eine direkte Folge der unmoralischen Aussenpolitik vom Chavomadurismo. Venezuela verkaufte weiterhin Öl an Syrien trotz des internationalen Embargos, und war das einzige Land, das gegen der Syrien UNO-Inspektionen stimmte. Die Position meines Landes zu Syrien ist beschämend und verantwortungslos. Seine Folgen haben sich in diesem kleinen leblosen Körper am Strand materialisiert, während die Politiker nur über Frieden und Liebe reden.

Vicente Ulive-Schnell

Übersetzt von #infoVnzla

ÖFFNEN SIE DIE TÜR, IST SEBIN

(Auszüge aus dem original Artikel)

Von Fabiola Zerpa

CONFLICTOVE – Veröffentlicht am Mai 18, 2014

“Der Geheimdienst hat sich zu einer der wichtigsten Waffen der Regierung entwickelt, um die Protestwelle, die das Land in den letzten drei Monaten umhüllt hat, zu neutralisieren. Verhaftungen ohne Gerichtsbeschlüsse,  Überwachungsmaßnahmen und Verhöre ohne Erlaubnis von Richtern und Belästigung von Personen, die die Ziele Institution in Frage gestellt haben (…).

Ein Anruf wird von einer Studentenführerin von einem unbekannten Handy angenommen, in dem ihr gesagt wird , als Beweis ,dass sie überwacht wird, was sie zum Mittagsessen bestellt hat; ein Partei-Aktivist wird auf der Autobahn verfolgt, auf seinem Parkplatz von zwei Männern abgefangen, die ihn warnen : “Wir wissen wer Sie sind und was Sie tun”; ein selbstständiger Journalist wird von drei Menschen verhört,die ihn zwingen den Kopf zwischen die  Beinen zu halten, während Sie mit einem Auto durch unbekannte Stadtteile fahren; einige junge Leute sind in einer winzigen Zelle eingesperrt mit einer  Gluhbirne beleuchtet , die nicht zulässt, dass man weiss ob es Nacht oder Tag ist; Unistudenten, die in einem Hotelzimmer übernachten, werden durch lautes Klopfen und Geschrei an der Tür überrascht “Aufmachen! Ist Sebin! ‘.(…)

Andere Fälle von Testdurchführung wurden auch von verschiedenen politischen Organisationen  berichtet. „Erste Justiz“ hat das für den Fall von Hernando Garzon, Basis Parteiführer in Barinas, und den seiner Frau Sandra Flores, Berater des Stadtrats. Die beiden wurden am 26. März von der Sebin und Cicpc verhaftet. Die Agenten erschienen in der Wohnung des Paares, um eine Bekannte der Familie zu suchen, die angeblichen ,an einem Feuer auf dem Gelände des Ministeriums für Erdöl und Bergbau eine Woche zuvor, beteiligt war. Sie haben sie aber nicht gefunden.

(…)

Drei klare Unregelmäßigkeiten fallen auf in der Leistung der Institution. Eine davon ist die hohe Anzahl der Suchanfragen ohne Gerichtsbeschlüsse, ein Mechanismus, der oft zu einer anderen Verletzung führt: die Inhaftierung von Menschen ohne Haftbefehl. Zweitens gibt es ein Verstoß gegen die verfassungsrechtliche Garantie auf der Geheimhaltung und der Unverletzlichkeit der privaten Kommunikation (Artikel 48). “Die Regierung hat diese Rechtswidrigkeit durch den Minister Rodríguez Torres zugelassen, wenn es um E-Mails und Telefonate geht , in denen Vorwürfe gegen Politiker und Menschenrechtsaktivisten gemacht werden.”

 

Quelle: Zerpa, Fabiola. “Abran la puerta, es el Sebin”. ConflictoVe,  Mei 18, 2014.

http://www.conflictove.org.ve/derechos-humanos/abran-la-puerta-es-el-sebin-reportaje-de-fabiola-zerpa.htmlHauptfoto: Andrés Kerese

Hauptfoto: Elyxandro Cegarra Gómez

Übersetzt von #infoVnzla

@infoVnzl

 

Lernen sie die denobstrante der barrikaden kennen, die gegen die bestehende gewalt Venezuela’s protestieren

Von Nathalie V. Iriarte

ViceNews.com – Mei 7, 2014

Während der letzten Aprilwoche hat das Leichenschauhaus von Bello Monte (Caracas) einen Rekord von 56 Leichen verzeichnet.

Allein 85% der Leichen waren Mordopfer.

5 Städte Venezuela´s sind unter den 50 gewalttätigsten Städten der Welt.  Im Ranking steht die Hauptstadt Caracas weltweit an 2ter Stelle.

Laut Februarbericht der mexikanischen NGO* BÜRGERRAT FÜR ÖFFENTLICHE SICHERHEIT UND KRIMINALJUSTIZ- ist Caracas die dritt gewalttätigste Stadt der Welt . In deren Veröffentlichung weist das Land einen Index von 134 Gewalttaten pro 100.000 Einwohner auf.

Warum werden mehr Menschen umgebracht als in Bagdad  Mehr Information hier (in Englischer Sprache)

Hinter den Statistiken verbergen sich Menschen wie :

Freddy Fragachán, Kameramann eines nationalen TV Senders, der von einem Arbeitskollegen, auf der Terrasse des TV Senders,  mit 6 Schüssen niedergestreckt wurde. Auslöser sei eine Diskussion um Geld gewesen.

Pedro López (63, Sicherheitspersonal in der Metallindustrie)   wurde während seiner Arbeitszeit überfallen und solange geschlagen

bis er ein Hirnödem erlitt.

Junior Martínez (20) starb, weil er eine Frau ansah; dessen Freund sagte ihm “schau mal meine Frau nicht an” und dann erschoss er den Zwanzigjährigen.

Und Rafael Betancourt wurde von jemanden von einem Motorrad aus erschossen, als er im Bezirk  in dem er wohnte, ein Hähnchen einkaufen war.

Nicht immer war es so. Vor einigen Jahren war Venezuela ein beliebtes Reiseziel; aber die zügellose Gewalt hat das Panorama drastisch verändert.

Diese Kriminalität und Unsicherheit ist das, was die venezolanische Bevölkerung sorgt.

Gala Garrido, eine Kunsterzieherin aus Caracas, sagte bei einem Interview, im März diesen Jahres, gegenüber VICE News

“Gewalt und Rechtsverletzungen sind unser täglich Brot…..Die ersten Fälle von Lynchjustiz wurden Anfangs in den Nachrichten ausgestrahlt. Jetzt nicht mehr, und das ist nicht gut. Wir, als Gesellschaft, sind nun an Gewalttaten gewöhnt”.

“Ausländer kommen nicht mehr, aber was passiert mit den Menschen, die hier leben ?” sagt der Universitätsprofessor  Alberto Aristeguieta der katholischen Universität Andrés Bello in Caracas.

“Ich traue mich noch nicht einmal mein Dorf zu besuchen . Ich weiss, dass am nacht die Autobahnen eine Todestrafe sind” sagte Aristeguieta im Interview mit VICE News und bezog sich auf den Überfall auf Monica Spear , Miss Venezuela 2004. Monica Spear und Ihr Ehemann wurden Anfang diesen Jahres, vor den Augen Ihrer Tochter, nachts, auf einer Küstenautobahn erschossen. Der Mord an Monica Spear hat großes Interesse und Aufruhr in der venezolanischen Bevölkerung generiert. Soweit, dass die landesweiten Proteste verstärkt wurden und daraus “Barrikaden” folgten.

Proteste aus Mangel an Sicherheit

In Venezuela spricht jeder über die Barrikaden , im Volksmund GUARIMBAS genannt. Die GUARIMBAS wurden von den Studenten erbaut, um gegen den Mangel an Sicherheit zu protestieren, die die venezolanische Nation bedroht.

Das Wort GUARIMBA hat seinen Ursprung bei karibischen Ureinwohnern und heisst “Schutz” . Daher sagen die Studenten, dass die GUARIMBAS Bereiche sind die Schutz vor den Attacken der Polizei und bei Ausschreitungen,  gewähren.

Trotz dass die Anzahl der Demonstanten rückläufig sind, bestehen die GUARIMBAS nach wie vor und sind Teil des venezolanischen Alltags geworden.

Viele Nachbarn beschweren sich, da die Barrikaden den Alltag behindern, wiederum Andere unterstützen und versorgen die Studenten mit Essen, Wasser und Medikamente.

Das Kollektiv und die GUARIMBAS stehen sich in Venezuela gegenüber  Mehr Information ( in englischer Sprache ) hier

“Hier erhört uns keiner ; Die Regierung versucht uns als SIFRINOS (reiche Kinder) darzustellen, aber wir sind Studenten. Hier sind Leute anwesend, die aus kleineren Dörfern kommen, Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten. Wir streben alle nach demselben Ziel : Frei und in Frieden leben” sagte eine Studentin mit dem Kosenamen La China (die Chinesin) zu VICE News

Venezuela´s Präsident, Nicolás Maduro, hat in verschiedenen Gelegenheiten versucht die GUARIMBAS als vandalische Aktionen seitens der Opposition zu beurteilen, dessen Versuch die aktuelle Regierung zu stürzen.

campamentos

Die aktuelle Regierung hat ebenfalls versichert, dass die,  die die Proteste anführen (sog. GUARIMBEROS) mit finanziellem Rückhalt seitens der konservativen Partei der Opposition des Landes rechnen.

Abgesehen von den GUARIMBAS, werden die Kollektive – bewaffnete Chavezanhänger auf Motorrädern- als “Verteidiger der Revolution des Volkes” angesehen oder auf der anderen Seite als eine Bande auf Motorrädern bezeichnet, angestellt durch den Staat.— auch diese Kollektive wurden in den Protesten einbezogen.

Einige Oppositionsführer  —eine ungleichartige Gruppe, bestehend aus mehr als  20 politische Gruppierungen— haben bereits schon Demonstrationen, in ganz Caracas und in verschiedenen strategisch wichtigen Städten Venezuela´s, angeführt. Leopoldo López, einer der Hauptanführer  endete eingesperrt im Militärgefängnis Ramo Verde. Er wird beschuldigt Massen angestiftet zu haben private Besitztümer zu schädigen.

Demonstranten vs. Polizei  

Auch wenn das urprüngliche Problem die Unsicherheit war, beklagen sich die Studenten über die Art und Weise wie die Regierung und die Polizei sich den Protesten gegenüber verhalten hat.

In einem Interview mit VICE News, hat “Die Chinesin”  Ihre blau angelaufenen Arme und Beine gezeigt. Ein Ergebnis Ihrer letzten Auseinandersetzung mit der Polizei.

“Das erste Mal haben die mich vor 2 Monaten gehabt. Wir protestierten friedlich , mit weiß angemalten Händen. Ich wurde für 3 Tage inhaftiert. Man hat mich geschlagen und in Schaumstoff eingewickelt. Nachdem wurde ich noch weiter zwei Male festgenommen.”, sagte Sie. “Sie haben mir auch einen Fußnagel abgerissen. Sie (die Polizei) sind Experten in psychologischer Kriegsführung. Polizisten fragten ‘¿du magst es zu protestieren? – > nun gut, niemals wirst Du je eine GUARIMBA wiedersehen”.

Als VICE News versuchte mit den Polizisten zu sprechen , die die Zeltlager der Studenten überwachen erwiderten Sie ” Wir haben die Anordnung keine Statements abzugeben” und dass sie “nur Ihrer Arbeit nachgingen”.

Vladimir Padrino, Strategischer Operationskommandeur der Venezolanischen Armee, hat vorherig in einer Pressekonferenz deklariert,  dass es “mehrere exzessive Vorgehensweisen begangen wurden. Wir können bestätigen, dass 97 Offiziere der Venezolanischen Armee und der Nationalen Polizei , wegen der exzessiven Gewaltanwendungen, grausamer Umgang und Folterung, untersucht wurden. ”

Die aktuellen Todesfälle, die aus den Auseinanderschreitungen zwischen Polizei und Studenten hervorgehen liegen bei 41 — 9 waren Staatsbeamte, 674 Verletzte und  2.200 Inhaftierungen— Davon sind 175 Menschen nach wie vor in Untersuchungshaft und warten auf Ihre Gerichtsverfahren.

Der Staatssekretär der Vereinigten Staten von Amerika, John Kerry, verurteilte die Aktionen seitens Präsident Maduro, um die freie Meinungsäusserung und das Internet in Venezuela einzuschränken.

“In Venezuela, hat die Regierung die nationalen Sicherheitskräfte dazu benutzt, um die friedlichen Proteste, die freie Meinungsäusserung und die Versammlungsfreiheit zu stören. Und dies hat beinhaltet , dass man spezielle Internetseiten gesperrt sind und in bestimmten Regionen Venezuela´s gar das Internet völlig unzulänglich ist”, sagte Kerry am 28 april 2014 in der Konferenz der  Koalition der Online Freiheit.

Die venezolanischen Studenten wiederholen Kerry´s Anschuldigungen jedes Mal, wenn Sie eine Protestaktion am Facebook oder Twitter organisieren und sehen dann , dass deren Mobiltelefone, in den Bezirken,  plötzlich kein Empfang haben oder ganze Stadteile ohne Internet sind.

“Sie wollen uns zum Schweigen bringen, aber das werden sie nicht schaffen. Vor der Polizei haben wir keine Angst mehr, da alles hier so schlecht steht, dass es genauso möglich ist , dass Du auf dem Weg ins Kino oder bei einem Protest umgebracht werden kannst, wo Dich die Polizei mit Kugeln durchlöchert” , kommentierte ein 23 jähriger Student , der den anzen letzten Monat in eimem der Zeltlager (Lager der Freiheit) im Stadtteil Chacao von Caracas verbracht hat.

Am 26 April sind, in Caracas und in vielen Städten Venezuelas , tausende von Menschen mit Plakaten auf die Strasse gegangen die folgende Aussagen hatten ; ” Die Freiheit ist nicht verhandelbar”, “Wir wollen kein Kommunismus”, “Kein Schweigen mehr ”  und “Gebt uns unsere Toten zurück, und dann verhandeln wir”.

Die Polizei hat die Demonstranten versucht zu zerstreuen. Wieder einmal unter Einsatz und Austausch von Tränengas, Gummigeschosse, Steine und Murmelgeschosse, was zum Ergebnis führte, dass es beidersitig dutzende von Verletzten gab.

Es ist eine familiäre Situation für eine Demonstratin die als La Bomba (Die Bombe) bekannt ist.

La Bomba — hat am liken Handgelenk eine Tätowierung auf der eine Zwille zu sehen und VENEZUELA zu lesen ist- erwähnte Ihre Verbrennungen durch das Tränengas, gebrochenen Rippen und die sieben Stiche am Mund. All dies sei eine Konsequenz eines Prügelangriffs seitens Polizei.

“Ich bin mehr als ein Mädchen , das mit Zwille und Murmeln auf Polizisten schiesst. Ich möchte gern jemand sein und um das zu erreichen müssen wir in einem  freien Land leben”, sagte La Bomba.

*Nichtregierungsorganisation

 

Quelle: Iriarte V, Nathalie. “Meet Venezuela’s ‘Roadblock’ Protesters Who Are Rallying Against Crime”Vice News  Mei 7, 2014.

https://news.vice.com/article/meet-venezuelas-roadblock-protesters-who-are-rallying-against-crime

Hauptfoto: Andrés Kerese

Übersetzt von #infoVnzla

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Treffen mit dem Hungrigen von Caracas

Von Carlos Garcia Rawlins

Reuters – Abril 29, 2014

Seit einem Jahr oder so, haben wir, Fotografen, die Wirtschaftskrise in Venezuela mit Fotos von leeren Regalen und Warteschlangen außerhalb der Supermärkte, veranschaulicht. Aber jetzt wollte ich etwas anderes machen.

Auf der Suche nach einer intimeren Perspektive der Geschichte, habe ich über ein Ernährungszentrum in Caracas, der sich um Obdachlose seit 14 Jahren kümmert, gehört. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich den Ort finden würde. Die einzige Richtung, die ich hatte, war: “Es ist in der San Martín, unter einer Brücke neben einigen Reifen.”

Aber obwohl, niemand am Telefon war,der mir helfen konnte den genauen Standort des Zentrums zu finden, als ich in der Gegend einen starken Geruch von Gemüsesuppe hinter einer geschlossenen Tür roch, wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg war. Sicher genug, da war es: Das Essenszentrum Mutter Teresa von Kalkutta.

A man grabs a bowl of soup at the Mother Teresa of Calcutta eating center in Caracas

In einer Seitenstraße zerzaust in der Innenstadt von Caracas, unter einer Brücke, beherbergt das Zentrum eine Reihe von langen Tischen und Betonbänken . Es hat indigo-blaue Wänden markiert vor den Fluten, die während der Regenzeit regelmäßig auftreten, mit nur ein paar Glühbirnen, um die schwache Strömung des Fenster Lichts zu ergänzen. Willy, die ansässige Katze, hilft den Boden sauber zu halten von Abfällen.

Everson Rodriguez, 22, eats lunch at the Mother Teresa of Calcutta eating center in Caracas

Die venezolanische Version von Mutter Teresa im Zentrum ist Fernanda, eine warme und lächelnd Frau, die seit über einem Jahrzehn sorgfältig die Suppe in einem riesigen Topf vorbereitet. Wenn jemand eine besondere Spende macht oder das Budget weit genug reicht, bietet sie ein Fleischgericht. Das Essen ist immer kostenlos, und keine Fragen werden an die Menschen, die zu ihr kommen um es zu essen, gestellt.

Fernanda Bolivar, 54, cleans a table after have been served lunch at the Mother Teresa of Calcutta eating center in Caracas

Wie immer bei dieser Art von Projekten ist der interessanteste Teil die beteiligten Personen kennenzulernen. Zeit mit den etwa 50  Menschen, die jeden Tag die Suppenküche füllen, zu teilen, war eine ganz besondere Erfahrung und alle mit denen ich sprach, hatten erstaunliche Geschichten.

Luis Mendoza, 58, poses for a picture at the Mother Teresa of Calcutta eating center in Caracas

Ich wollte Porträts von jedem, den ich traf, machen, aber am Anfang waren nicht viele bereit sich fotografieren zu lassen oder mit mir über ihre persönlichen Umstände zu plaudern. Aber als die ersten einverstanden waren, brachte ich ihnen eine am nächsten Tag eine Kopie ihrer Foto, und es war unglaublich zu sehen, wie sie über ihre eigenen Bilder lachten. Sie waren so dankbar, als ich ihnen sagte, dass diese Bilder Geschenke waren.

Einer von ihnen hatte sogar Tränen in den Augen, als er mir sagte, dass er sich für viele Jahre nicht gesehen hatte. Danach wollten sie alle Bilder und  verglichen eifrig, wer die Fotos schon erhalten hatte und wer nicht.

Marisol Gil, poses for a picture at the Mother Teresa of Calcutta eating center in Caracas

Fernandas Geschichte ist auch bemerkenswert. Lehnend an ihrer Küche, erzählte sie mir, dass sie einmal so hungrig gewesen war, dass sie an der Tür eines Priesters klopfte und um Hilfe bat. Er gab ihr Essen und – noch wichtiger – einen Job in der Suppenküche. Sie hat seitdem arbeitet.

Fernanda Bolivar, 54, buys greens at a street vendor close to the Mother Teresa of Calcutta eating center in Caracas

Ihre größtes Problem in diesen Tagen, ist die Zutaten sie braucht, zu finden. Ich stand mit ihr vor dem Supermarkt in den Warteschlangen, die sich in den frühen Morgenstunden bilden. Hunderte von Menschen warten stundenlang in diesen Schlangen, bevor der Laden öffnet, einige starten vor dem Morgengrauen um das zu kaufen, was es an dem Tag gibt. Oft, sind Grundlagen wie Reis oder Linsen nicht verfügbar, und Fernanda am nächsten Tag wieder hingehen und wieder in der Warteschlange stehen.

 

Quelle: García Rawlins, Carlos.”Meeting the hungry of Caracas”. Reuters. April. 29 2014. Thomson Reuters

http://blogs.reuters.com/photographers-blog/2014/04/29/meeting-the-hungry-of-caracas

Übersetzt von #infoVnzla

@infoVnzla

 

ZEIT, BILANZ ZU ZIEHEN

Von Paula Vazquez

TalCualDigital.com April, 21 2014

Es dürfte sehr interessant sein, wie die bedingungslosen Fürsprecher des Chavismus an den Universitäten Nordamerikas und Europas erklären wollen, dass wir es mittlerweile mit der massiven Verarmung einer Gesellschaft zu tun haben, wo doch angeblich die sozialen Ungerechtigkeiten reduziert worden sind.

Zeit, Bilanz zu ziehen: Vor allem Jahrestage eignen sich dafür, die Entwicklung von Indikatoren zu verfolgen, Vergleiche zu ziehen und die Vorher-Nachher Bilder gegenüber zu stellen. Der Vergleich der Situation vor und nach Maduros Triumph ist erschreckend.

Präsident Maduro selbst muss sich dessen bewusst sein und den Zeitpunkt verwünschen, als er dazu bestimmt wurde, nicht mehr und nicht weniger als derjenige zu sein, der das Ende des Chavismus verkörpern, der für das Scheitern dieses revolutionären Modells stehen und den Niedergang dieses in der Praxis nicht aufrechtzuerhaltenden Staats- und Gesellschaftskonzepts versinnbildlichen würde. Hilfestellung bei dieser Bestandsaufnahme leistet mir ein hervorragendes Dokument, verfasst von Luis Pedro España: „Der Ölsozialismus: Umstände und soziale politik eines fehlgeschlagenen Entwicklungsmodells“ (El soicalismo petrolero: Situación y políticas sociales bajo un fallido modelo de desarrollo), herausgegeben von ILDIS und der Friedrich Ebert Stiftung in Caracas im Oktober 2013. Auf nur 15 Seiten belegt España, dass  das, was die venezolanische Regierung der internationalen Presse stets als Reduzierung der gesellschaftlichen Ungleichheit präsentierte, nichts Weiteres als eine Konsumblase ist.

Zwischen 2004 und 2008, ein wichtiges Stadium des sogenannten Ölsozialismus, gab es keinerlei strukturellen Reformen, um sicherzustellen, dass diejenigen, die dank des direkten Transfers finanzieller Ressourcen von Armut befreit wurden, auch in den nächsten Jahren nicht von Armut bedroht sein würden. Der Anstieg des direkten Konsums in diesen Jahren geht über einen bloßen Klientelismus hinaus. Die Leute hatten nicht nur einen sicheren Platz auf der Liste einer „Mission“ (was dazu berechtigt bestimmte Leistungen und/oder Produkte zu erhalten) sondern auch Zugang zu Geld, womit jeder einfach alles kaufte. Wie wenig geeignet und ineffizient diese „Missionen“ zur strukturellen Bekämpfung von Armut allerdings waren, ist heute mehr als offensichtlich.

Die Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse und die Verkleinerung eines Arbeitsmarktes, auf dem junge Menschen Arbeit finden und ihren Lebensunterhalt verdienen könnten, verdammen die Bevölkerung Venezuelas von denen abhängig zu sein, die darüber entscheiden, wer in den Genuss von staatlichen Hilfsleistungen kommt und wer nicht. Dies wurde bereits unzählige Male festgestellt. Ich habe  die Art durchleuchtet, wie sich die Regierung die „positiven“ Emotionen, welche durch „Wohltätigkeitsarbeit“ für Arme ausgelöst werden, zu eigen gemacht hat, um anschließend ihren Autoritarismus zu rechtfertigen, Institutionen abzuschaffen und somit die ganze Macht an sich zu reißen.

Es dürfte sehr interessant sein, wie die bedingungslosen Fürsprecher des Chavismus an den Universitäten Nordamerikas und Europas erklären wollen, dass wir es mittlerweile mit der massiven Verarmung einer Gesellschaft zu tun haben, wo doch angeblich die sozialen Ungerechtigkeiten reduziert worden sind. In den letzten 20 Jahren verarmte keine andere lateinamerikanischen Gesellschaft in einem solchen Ausmaß, wie es die Venezolanische Bevölkerung in den letzten Wochen erleben musst.

Wie kann es sein, dass sich das allseits propagierte Ende der Armut plötzlich in Luft aufgelöst hat und auf einmal jeder arm ist – abgesehen von den gut positionierten Funktionären? Von Oktober bis heute, Herr Maduro, ging dem Modell des Chavismus die Puste aus. Nichts geht mehr, das Spiel ist aus. Wir haben uns von einem „Modell der sozialen Gerechtigkeit“ hin zu einem sehr armen, gewalttätigen und chaotischen Land gewandelt, in das nicht einmal mehr die Journalisten, die den Chavismus unterstützen,  reisen können, weil sie sich die Flugtickets dafür nicht leisten können.

Quelle: Vazquez, Paula.”Hora de balance”. TalCualDigital.com. April. 21 2014. Editorial La Mosca Analfabeta C.A. April. 21 2014.

http://www.talcualdigital.com/Nota/visor.aspx?id=101812&tipo=AVA

Hauptfoto: AP Photo / Ariana Cubillos

Übersetzt von #infoVnzla

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Venezuelas Devisen reichen nicht aus, um Importe zu bezahlen

Von Emili J. Blasco

ABC.es – erschienen am 23. April 2014

Gemäss internem Regierungsbericht sinken die internationalen Reserven um 33% innerhalb eines Jahres. 

Als Venezuelas Präsident Nicolás Maduro am Dienstag eine “neue Wirtschaftsoffensive” ankündigte, unterliess er es dem Lande einige grosse Wahrheiten zu erklären: es gibt nicht genügend Devisen, um alle Importe abzuwickeln. Etwas schwerwiegendes, wenn man bedenkt, dass die Wirtschaft des Landes dermassen von den Exporten abhängt und, dass die derzeitige Politik keine Möglichkeit lässt, die internationalen Reserven zu erhöhen, da die Produktion von Erdöl, Metalle und Erze, beispielsweise Gold reduziert wurde. Anbei der Wirtschaftsbericht von Venezuela im PDF Format. http://www.abc.es/gestordocumental/uploads/Internacional/Informe_Economico_Venezuela.pdf

In seinem neuesten, wöchentlichen, internen Wirtschaftsbericht gibt die Regierung Venezuelas zu, ein Problem mit dem Volumen der internationalen Reserven zu haben. Verglichen mit dem Volumen, der anfangs 2013 registriert wurde, waren am 15. April   die Gesamtreserven auf 20‘603 Millionen US-Dollar geschrumpft, was einem Einbruch von 33% gleichkommt.

Im letzten Jahr war der Fall steil und stetig. In ihrer progressiven Abnahme, durchbohrten die Reserven bereits vor zehn Monaten den optimalen Schwellenwert, der von venezolanischen Politikern selbst bei 26‘850 Millionen US-Dollar festgelegt wurde. Die Leiste wurde bei früheren Gelegenheiten bereits gesenkt und begleitet so die schrumpfende venezolanische Wirtschaft. Dies geht vom Bericht des Ministeriums für Planung vom letzten Mittwoch hervor, der im ABC vorliegt.

Die aktuelle Situation

Aus diesen Daten, die von der Zentralbank Venezuelas stammen, schliessen mehrere Experten, dass sich die Liquiditätsreserven bei rund 600 Millionen US-Dollar befinden könnten. Dies ist ein kritisches Volumen für ein Land mit den  Konditionen und der Größe Venezuelas, und das eine Bevölkerungszahl von 31 Millionen aufweist.

Stellt man die Anzahl abgewickelter Devisen durch die „Comisión de Administración de Divisas“, auch bekannt als Cadivi seit dessen Gründung im 2003,  gegenüber dem Importvolumen der letzten 10 Jahren, entsteht eine erhebliche Lücke.

Einerseits, in 2012 und 2013, Jahre in denen sich die Situation des Landes zu verschlechtern begann, konnte Cadivi nicht alle erforderlichen Devisen abwickeln, um die Importkosten zu decken, weshalb ein Defizit von 4‘774 Millionen US-Dollar entstand. Summe die sich zwischen Januar und März 2014 womöglich vergrössert hat, gemäss Quellen, die in Kontakt zu den venezolanischen Währungsbehörden stehen. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden nur 1‘200 Millionen US-Dollar durch Cadivi und dessen Nachfolger Sicad bezahlt. Als vergleich dient der Quartalsdurchschnitt von 12‘847 Millionen US-Dollar des letzten Jahres.

Anderseits rechnete Cadivi in den vergangenen Jahren viel mehr Devisenvolumen ab, als für die durchgeführten Importe nötig gewesen wäre, was eine beträchtliche Unregelmäßigkeit aufzeigt: zwischen 2003 und 2011 wurden insgesamt 74‘913 Millionen US-Dollar, dessen Endzweck unbekannt blieb und womöglich auf Korruption basierende Vermögen vergrössert haben könnten, abgewickelt.

Internationale Reserven

Das Verhalten der internationalen Reserven entspricht dem Rückgang der Umsatzerlöse aus dem Export – vor allem Ölexport – welche im Jahr 2013 88‘962 Millionen US-Dollar betrugen, im Gegensatz zu 97‘340 im Jahr 2012. Dies steht im Einklang mit der geringeren Erdölproduktion, die im Februar bei 2,87 Millionen Barrel täglich lag, gemäss den Zahlen der OPEC, zu der die venezolanische Regierung letzten September zurückkehrte, nachdem sie mehrere Jahre eigene höhere Produktionszahlen angegeben hatte. Dieses Produktionsvolumen scheint aber trotzdem fiktiv zu sein, da die erhaltenen Erlöse viel mehr einer Produktion von 2,3 Millionen Barrel täglich entsprechen, gemäss Berechnungen mit dem offiziellen Preis von 101,2 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2013.

“Die Zahlen, welcher sich das Ministerium bedient, lassen sehr zu wünschen übrig. Sobald man den Binnenmarktverbraucht, die Exporte in die Vereinigten Staaten, Petrocaribe und Kuba und die China Lieferungen berechnet, erreicht man ein Total von insgesamt 2,3 Millionen Barrel pro Tag”, sagt Ölexperte Antonio de la Cruz, Geschäftsführer der Inter American Trends. “Eine zusätzliche Produktion von 500‘000 Barrels pro Tag ist nicht etwas, das wirklich passiert.”, fügt er hinzu.

Es hat auch deutliche Rückgänge in der Produktion von Metallen und Erzen gegeben. Die Goldproduktion fiel um 64,1% zwischen Februar 2013 und Februar 2014 (in diesem letzten Monat wurden nur 97 Kilo Gold gegenüber 700 Kilo, welche in einigen Monaten des Jahres 2010 erreicht wurden, extrahiert). Bemerkenswert war auch die Reduzierung der Eisenproduktion, dessen Umsatz um 49,8% gesunken ist. Der Verkauf von Fahrzeugen ist im letzten Jahr um 86,1% gesunken.

Laut dem Bericht des Ministeriums für Planung, lag die kumulierte Inflationsrateim Februar dieses Jahres bei 5,8%, die jährliche bei 57,3%. Überraschenderweise wurden die März Daten nicht miteinbezogen, was wahrscheinlich eine noch schlechtere Situation reflektiert hätte. Der Mangel an Produktenin den offiziellen Vertriebsnetzen betrug 29,4% im Februar.

Quelle: Blasco, Emili J. “Venezuela se queda sin suficientes divisas para pagar las importaciones” ABC.es  23. April 2014. Diario ABC, S.L.

http://www.abc.es/internacional/20140423/abci-venezuela-divisas-importaciones-201404222046.html

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VENEZUELA: DER AUTORITARISMUS UND SEINE KOMPLIZEN

Von Armando Chaguaceda

Newsweek en Español – 25. März 2014

Lässt sich überhaupt von einem „Staatsstreich“ reden, wenn Militär, Nationalgarde, Polizei und Nachrichtendienst Handlanger der Regierungspartei sind?

Der Autoritarismus ist eine Politikform, in der Anspruch auf Macht ohne vorherigen Konsens erhoben wird. Er zeichnet sich dadurch aus, dass sich die politische Macht auf einen Führer oder ein Organ konzentriert. Repräsentative Institutionen werden untergraben, die Beteiligung am politischen Prozess und von Meinungsfreiheit geprägten Diskussionen wird geringgeschätzt, die politische Opposition wird bekämpft oder eliminiert und das Wahlsystem, das dem Volkswillen Ausdruck verleihen soll, wird der Kontrolle des politischen Systems unterworfen.Eine derartige Vorgehensweise kann verschiedene und bisweilen einander widersprechende ideologischen Ausprägungen annehmen und unter verschiedenen historischen Bedingungen stattfinden, wie das Beispiel der lateinamerikanischen Geschichte der letzten beiden Jahrhunderte zeigt.

Eines ist unterdessen offensichtlich:Venezuela lebt derzeit unter einem unverblümt autoritären Regime.

Die demokratische und fortschrittliche Ordnung, wie sie in der Verfassung des Jahres 1999 festgeschrieben wurde, ist in diesem Land durch eine politische Kraft ersetzt worden, die die Regionen und Kommunen ihrer Kontrolle unterwirft, jegliche Form der autonomen Organisation beschneidet und jede Art der politischen Opposition sowie des gesellschaftlichen Protests kriminalisiert.Wir reden hier von einer Regierung, die sich durch die angebliche Unterstützung des Volkes legitimiert sieht, obwohl sie in den letzten Präsidentschaftswahlen nur mehr einen geringen Vorsprung erzielte (1,5 Prozent).Wir sollten dabei nicht vergessen, dass eine (bestimmte) Unterstützung von Seiten des Volkes, (ungleiche) Wahlen und eine (geschwächte) Verfassung das Markenzeichen autoritärer und diktatorischer Regierungen sind. Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang nur an Somoza, Pinochet und Fujimori.

Cabello, Maduro und Kumpanen bezeichnen ihre Gegner als „Putschisten“. Diese Beschreibung trifft bekanntermaßen auf diejenigen zu, die den Volkswillen ignorieren und geltendes Recht sowie bestehende Institutionen schwächen. So gesehen eifert gerade die venezolanische Regierung derzeit denen nach, die im Jahr 2002 die verfassungsrechtliche Ordnung außer Kraft setzten und Hugo Chávez für 48 Stunden entmachteten. Ihre Vorgehensweise entspricht der von Putschisten, wenn sie die öffentliche Macht zugunsten einer Partei in Anspruch nimmt, die Rechte von Gouverneuren und Bürgermeistern aufhebt, indem sie ihre Budgets beschneidet und parallele Machtstrukturen schafft, und die von der Hälfte des Volkes gewählten Parlamentarier der Opposition physisch angreift oder ihnen das Wort entzieht. Wenn sie einen von Kriegsterminologie geprägten Diskurs pflegt (in dem Wörter wie Kampf, Kampagne, Feind bemüht werden) und andere mit rassistischen und homophoben Tiraden disqualifiziert.

Die in Caracas betriebene Propaganda hält nicht einmal dem Blick eines relativ durchschnittlich informierten Beobachters stand.Lässt sich wirklich von einem „Staatsstreich“ reden, wenn Militär, Nationalgarde, Polizei und Nachrichtendienst – allesamt ihrem Namen und ihrer politischen Einstellung nach Anhänger der Bolivarischen Revolution – Handlanger der Regierungspartei sind und von den umfassendsten finanziellen Mitteln und einem in der venezolanischen Geschichte beispiellosen politischen Einfluss profitieren?Ein Blick auf die Ursprünge der Spitzenkräfte der nationalen Regierung und der von ihr kontrollierten regionalen Politik zeigt, dass sie sich abgesehen von einigen wenigen Zivilisten der alten Linken und solchen, die sich von Berühmtheiten zu Politikern gewandelt haben, vor allem aus dekorierten Militärs und Polizeikräften rekrutieren.

Ist nicht mit Fug und Recht von einer „Medienbeherrschung“ auszugehen, wenn die sechs Fernsehsender in staatlicher Hand und die vier privaten Kanäle mit nationaler Reichweite den Informationsrichtlinien der Regierung und ihrer Zensur derart liniengetreu folgen, dass die oppositionelle Hälfte des Landes und ihre politische Führung regelrecht von der Bildfläche verschwunden sind?Wer hält im Mediensektor die Zügel wirklich in der Hand, wenn die Tage der einzigen noch nicht gleichgeschalteten Plattform (die Druckmedien) gezählt sind? Finanziell und juristisch unter Druck stehend ist die Presse mittlerweile schwer angeschlagen, ganz zu schweigen von den rationierten Papierimporten für Druckmedien.Und was senden die 44 regionalen Fernsehsender und 264 Radiosender in Händen der Regierung anderes als einen endlosen Propagandamonolog?Welcher wirklich demokratischer Präsident würde außerdem einen Sender wie NTN24 einfach vom Netz nehmen, CNN verteufeln und den Zugang zu den sozialen Medien blockieren?

Die Opposition wird als „oligarchisch“ hingestellt, obschon auch ihre Unterstützer, wie die der Regierung, aus verschiedenen Gesellschaftsschichten stammen, verschiedene politische Überzeugungen hegen und verschiedener Hautfarbe sind.Die Elemente, die den Weg zu einem Kampf in Venezuela ebnen, werden jedoch verschleiert,namentlich Repression, ein kriegsähnlicher und unziviler Diskurs der Regierung, Straffreiheit und Unterstützung für Paramilitärs, die Untätigkeit der übrigen lateinamerikanischen Länder und die irrationale Verzweiflung einiger der angegriffenen Demonstranten – in eben dieser Reihenfolge hinsichtlich Kausalität und Verantwortlichkeit.Ein Kampf, dessen ungleiche Kräfteverhältnisse eher ein Blutbad als einen echten bewaffneten Konflikt befürchten lassen.

Die Forderungen, die im Rahmen der derzeitigen gesellschaftlichen Proteste erhoben werden, sind vielfältig, legitim und keineswegs „konspirativ“:Es geht um den Kampf gegen Unsicherheit und Mangel, die Befreiung inhaftierter Studenten, das Ende von Zensur und Knebelung der Medien und jeglicher Form der Kriminalisierung von Meinungsfreiheit und zivilem Protest – allesamt Rechte, die von der derzeitigen Verfassung eigentlich garantiert werden.Neben dem Oppositionsführer Leopoldo López leiden derzeit in den venezolanischen Gefängnissen Gewerkschaftler, kommunale Führungskräfte, Studenten und populäre Aktivisten – allesamt Opfer der Schikane der Regierungsmaschinerie.Der Hauptkonflikt in Venezuela spielt sich nicht zwischen dem „Chavismus“ und der Opposition oder der Linken und der Rechten ab, sondern zwischen einem hegemonischen, militaristischen, staatszentrierten Projekt und ideologisch pluralistischen Mitgliedern der Gesellschaft, die sich der Gleichschaltung verweigern.

Vor diesem Szenario zeichnet sich ein wesentlicher Teil der Intellektuellen der Region durch Erinnerungslücken, politische Blindheit und Dogmatismus aus.Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich in den 1970er Jahren für Gleichheit und Gerechtigkeit einsetzte und dadurch zu den „Subversiven“ gehörte und Gefahr lief, dank der CIA und deren Ausbilder vor Ort im Gefängnis zu enden oder in den Untergrund abtauchen zu müssen.Ebenso unerheblich ist es, ob man in den 1990er Jahren den Widerspruch anprangerte, welcher der Idee von der „Stärkung der Demokratie“ in einem Umfeld des Neoliberalismus mit all seinen „strukturellen Anpassungen“ anhaftete.Wer heutzutage, dieser demokratischen Entwicklung  folgend, die Menschenrechtsverletzungen der Regierungen in unserer Region von Kolumbien bis Venezuela anprangert und dabei auch die repressive Vorgehensweise des „revolutionären Regimes“ kritisiert, disqualifiziert sich in den wissenden Augen „getreuer Intellektueller“.

Wie lange noch werden die sogenannten „Progressiven“ innerhalb und außerhalb von Venezuela mit ihrem Diskurs das desaströse öffentliche Gebaren, die paranoide Zensur gegen die angebliche Konspiration und die nicht zu rechtfertigende Repression von Miraflores vertuschen?Diejenigen, die in der Vergangenheit im Namen von Demokratie und sozialem Wandel die Repression gegen Studenten verurteilten, gegen Armut protestierten und die korrupten Praktiken einer liberalen Demokratie in Frage stellten, während sie dank ihrer Stipendien eben dort ihre universitäre Ausbildung genossen,sind heute entweder verstummt oder verrenken sich auf peinliche Art und Weise. Sie erinnern an die angesagten „Theoretiker“ und bemühen Wörter wie „Emanzipation“, „Führung“ und „Volk“ wie abgedroschene Phrasen.Wie ideologische Türsteher verteidigen sie die Rechte der anderen nur dann, wenn sie ihrer Vision oder ihrem persönlichen Pragmatismus entsprechen, und sorgen so willkürlich für Opfer und Täter.Da drängt sich die Frage auf:Wo haben eine derartige intellektuelle Leichtgläubigkeit und zivile Unanständigkeit ihre Grenzen?

Gerade mahnt ein schreckliches Beispiel der Geschichte Mexikos:Als sich das postrevolutionäre Regime des Landes auf dem Höhepunkt seiner Macht befand, gab der Schriftsteller Octavio Paz seine Laufbahn als mexikanischer Diplomat auf, um gegen das Massaker von Tlatelolco im Jahre 1968 zu protestieren.Mit dieser Entscheidung brachte er sich Diffamierungen der offiziellen Propagandisten und gewisser Intellektueller ein, die von dem „revolutionären“ Credo vollkommen eingenommen waren.Damals war die mexikanische Regierung der PRI Partei  – ganz im Gegensatz zur heute allgemein gehegten Einschätzung – sehr beliebt und die Medien standen fast vollständig unter ihrer Kontrolle.Ein Leben unter der perfekten Diktatur war der brutalen Tyrannei andernorts in Mittel- und Südamerika offenbar vorzuziehen. Aus diesem Grund beteiligten sich nur wenige Wochen nach dem Massaker auch die meisten an den Feierlichkeiten zu den Olympischen Spielen 1968, als ob nichts gewesen wäre.

Octavio Paz sprach sich nie gegen die progressive und gerechte Idee der mexikanischen Revolution aus, zögerte aber nicht, diejenigen zu kritisieren, die in ihrem Namen als herrschende Klasse und repressives System hervorgingen.Heute wird er von vielen als Beispiel für Zivilcourage und als gefeierter lateinamerikanischer Schriftsteller verehrt.Diejenigen, die Maduros Regierung im Namen des „Antiimperialismus“, der „Revolution“ und der „menschlichen Gerechtigkeit“ immer noch die Treue halten, wären gut beraten, sich dieses Vermächtnis in Erinnerung zu rufen.

Armando Chaguaceda ist Akademiker und politischer Analyst, sowie Autor zahlreicher Bücher und Artikel über die Geschichte und Politik Lateinamerikas.Er ist innerhalb des Consejo Latinoamericano de Ciencias Sociales (CLACSO) Mitglied der Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen und Arbeitsgruppenmanager.

 

Quelle: Chaguaceda, Armando. „Venezuela: El Autoritarismo y sus Cómplices“. Newsweek en Español. 25. März 2014. News for America LLC. 1. April 2014.

http://www.newsweek.mx/index.php/articulo/8678#.Uz84PPl5PUn

Hauptfoto: AFP/Leo Ramirez

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