Venezuelas Devisen reichen nicht aus, um Importe zu bezahlen

Von Emili J. Blasco

ABC.es – erschienen am 23. April 2014

Gemäss internem Regierungsbericht sinken die internationalen Reserven um 33% innerhalb eines Jahres. 

Als Venezuelas Präsident Nicolás Maduro am Dienstag eine “neue Wirtschaftsoffensive” ankündigte, unterliess er es dem Lande einige grosse Wahrheiten zu erklären: es gibt nicht genügend Devisen, um alle Importe abzuwickeln. Etwas schwerwiegendes, wenn man bedenkt, dass die Wirtschaft des Landes dermassen von den Exporten abhängt und, dass die derzeitige Politik keine Möglichkeit lässt, die internationalen Reserven zu erhöhen, da die Produktion von Erdöl, Metalle und Erze, beispielsweise Gold reduziert wurde. Anbei der Wirtschaftsbericht von Venezuela im PDF Format. http://www.abc.es/gestordocumental/uploads/Internacional/Informe_Economico_Venezuela.pdf

In seinem neuesten, wöchentlichen, internen Wirtschaftsbericht gibt die Regierung Venezuelas zu, ein Problem mit dem Volumen der internationalen Reserven zu haben. Verglichen mit dem Volumen, der anfangs 2013 registriert wurde, waren am 15. April   die Gesamtreserven auf 20‘603 Millionen US-Dollar geschrumpft, was einem Einbruch von 33% gleichkommt.

Im letzten Jahr war der Fall steil und stetig. In ihrer progressiven Abnahme, durchbohrten die Reserven bereits vor zehn Monaten den optimalen Schwellenwert, der von venezolanischen Politikern selbst bei 26‘850 Millionen US-Dollar festgelegt wurde. Die Leiste wurde bei früheren Gelegenheiten bereits gesenkt und begleitet so die schrumpfende venezolanische Wirtschaft. Dies geht vom Bericht des Ministeriums für Planung vom letzten Mittwoch hervor, der im ABC vorliegt.

Die aktuelle Situation

Aus diesen Daten, die von der Zentralbank Venezuelas stammen, schliessen mehrere Experten, dass sich die Liquiditätsreserven bei rund 600 Millionen US-Dollar befinden könnten. Dies ist ein kritisches Volumen für ein Land mit den  Konditionen und der Größe Venezuelas, und das eine Bevölkerungszahl von 31 Millionen aufweist.

Stellt man die Anzahl abgewickelter Devisen durch die „Comisión de Administración de Divisas“, auch bekannt als Cadivi seit dessen Gründung im 2003,  gegenüber dem Importvolumen der letzten 10 Jahren, entsteht eine erhebliche Lücke.

Einerseits, in 2012 und 2013, Jahre in denen sich die Situation des Landes zu verschlechtern begann, konnte Cadivi nicht alle erforderlichen Devisen abwickeln, um die Importkosten zu decken, weshalb ein Defizit von 4‘774 Millionen US-Dollar entstand. Summe die sich zwischen Januar und März 2014 womöglich vergrössert hat, gemäss Quellen, die in Kontakt zu den venezolanischen Währungsbehörden stehen. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden nur 1‘200 Millionen US-Dollar durch Cadivi und dessen Nachfolger Sicad bezahlt. Als vergleich dient der Quartalsdurchschnitt von 12‘847 Millionen US-Dollar des letzten Jahres.

Anderseits rechnete Cadivi in den vergangenen Jahren viel mehr Devisenvolumen ab, als für die durchgeführten Importe nötig gewesen wäre, was eine beträchtliche Unregelmäßigkeit aufzeigt: zwischen 2003 und 2011 wurden insgesamt 74‘913 Millionen US-Dollar, dessen Endzweck unbekannt blieb und womöglich auf Korruption basierende Vermögen vergrössert haben könnten, abgewickelt.

Internationale Reserven

Das Verhalten der internationalen Reserven entspricht dem Rückgang der Umsatzerlöse aus dem Export – vor allem Ölexport – welche im Jahr 2013 88‘962 Millionen US-Dollar betrugen, im Gegensatz zu 97‘340 im Jahr 2012. Dies steht im Einklang mit der geringeren Erdölproduktion, die im Februar bei 2,87 Millionen Barrel täglich lag, gemäss den Zahlen der OPEC, zu der die venezolanische Regierung letzten September zurückkehrte, nachdem sie mehrere Jahre eigene höhere Produktionszahlen angegeben hatte. Dieses Produktionsvolumen scheint aber trotzdem fiktiv zu sein, da die erhaltenen Erlöse viel mehr einer Produktion von 2,3 Millionen Barrel täglich entsprechen, gemäss Berechnungen mit dem offiziellen Preis von 101,2 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2013.

“Die Zahlen, welcher sich das Ministerium bedient, lassen sehr zu wünschen übrig. Sobald man den Binnenmarktverbraucht, die Exporte in die Vereinigten Staaten, Petrocaribe und Kuba und die China Lieferungen berechnet, erreicht man ein Total von insgesamt 2,3 Millionen Barrel pro Tag”, sagt Ölexperte Antonio de la Cruz, Geschäftsführer der Inter American Trends. “Eine zusätzliche Produktion von 500‘000 Barrels pro Tag ist nicht etwas, das wirklich passiert.”, fügt er hinzu.

Es hat auch deutliche Rückgänge in der Produktion von Metallen und Erzen gegeben. Die Goldproduktion fiel um 64,1% zwischen Februar 2013 und Februar 2014 (in diesem letzten Monat wurden nur 97 Kilo Gold gegenüber 700 Kilo, welche in einigen Monaten des Jahres 2010 erreicht wurden, extrahiert). Bemerkenswert war auch die Reduzierung der Eisenproduktion, dessen Umsatz um 49,8% gesunken ist. Der Verkauf von Fahrzeugen ist im letzten Jahr um 86,1% gesunken.

Laut dem Bericht des Ministeriums für Planung, lag die kumulierte Inflationsrateim Februar dieses Jahres bei 5,8%, die jährliche bei 57,3%. Überraschenderweise wurden die März Daten nicht miteinbezogen, was wahrscheinlich eine noch schlechtere Situation reflektiert hätte. Der Mangel an Produktenin den offiziellen Vertriebsnetzen betrug 29,4% im Februar.

Quelle: Blasco, Emili J. “Venezuela se queda sin suficientes divisas para pagar las importaciones” ABC.es  23. April 2014. Diario ABC, S.L.

http://www.abc.es/internacional/20140423/abci-venezuela-divisas-importaciones-201404222046.html

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